22 - 10 - 2017

Oberwesel: katholische Kirche St. Martin

 

 

 

Auf dem höchsten Punkt der Stadt findet man die im Volksmund bezeichnete „Weiße Kirche“. Im 13. Jahrhundert bestanden in Oberwesel zwei Pfarrbezirke, nämlich Liebfrauen und St. Martin. Über die Vorgängerkirche ist heute recht wenig bekannt. So wurde 1303 ein weiteres Kollegiatstift errichtet, deren Patronatsrecht auf die Ritter von Schönburg überging (Das Patronatsrecht für die bereits 1258 zum Stift erhobene Liebfrauenkirche hatten die Ritter von Milewalt inne.). So wurde um 1350 mit dem Neubau der Martinskirche begonnen, der sich sehr stark an der Architektur der Liebfrauenkirche orientierte. Der Bau zog sich fast 150 Jahre hin. Zunächst wurden Turm und Mittelschiff, erst danach das nördliche Seitenschiff errichtet. Das südliche Seitenschiff wurde hingegen nie begonnen. Der Turm wurde im Laufe der Zeit zu einem Wehrturm ausgebaut und war Bestandteil der mittelalterlichen Befestigungsanlage von Oberwesel.


Oberwesel: Mutter Rosa-Kapelle

 

Beschreibung folgt.


Oberwesel: katholische Liebfrauenkirche

 

Der Baubeginn der spätgotischen Kirche konnte durch eine Jahreszahl auf einem verloren gegangen Glasfenster auf 1308 datiert werden. Zunächst musste jedoch die romanische Vorgängerkirche, die erstmals 1213 erwähnt wurde, abgerissen werden. Die Weihe des Chores fand nach einer dort eingemauerten Urkunde am 15. August 1331, wahrscheinlich durch Kurfürst Balduin von Trier persönlich. Danach zog sich der Bau noch weitere circa  fünfzig Jahre hin bis zur Vollendung des 72 m hohen Turmes und des Langhauses. Als Baumaterial wurde Schieferbruchstein aus der Region verwendet, der dann rot verputzt und mit weißer Quadermalerei versehen wurde. Im Volksmund wurde sie auch „Rote Kirche“ genannt. Die Kirche selbst wurde als dreischiffige Basilika ohne Querhaus errichtet und besticht durch ihre schlanke und steile Form, die besonders durch die 18 m hohen Chorfenster deutlich wird. Durch die Das Langhaus wird durch einen Lettner vom Stiftschor getrennt. Besonders imposant ist der Goldaltar aus der Erbauerzeit. Am rechten Pfeiler vor dem Lettner befindet sich eine Darstellung des Hl. Jakobus als Pilger vor der Kathedrale von Santiago de Compostela aus dem 16. Jahrhundert. Vor ihm knien einige Pilger. Zu früheren Zeiten zogen die Pilger durch Oberwesel nach Nordspanien und wurden hier durch eine Bruderschaft betreut.


Oberwesel: Michaelskapelle

Die Kapelle befindet sich im hinteren Bereich der Liebfrauenkirche und stammt etwa aus der gleichen Bauepoche wie die Liebfrauenkirche. Mit dieser war sie früher durch den Kapitelsaal des Stiftes verbunden. Darunter befand sich eines der Stadttore der Befestigungsanlage. Seitdem wird die Michaelskapelle bis zum heutigen Tage als Friedhofskapelle genutzt.